Energie-Projekt nun vollständig

Von | August 19, 2016

Seit etwa Mitte 2010 haben wir begonnen, ein Energieprojekt umzusetzen. Der Gedanke dabei galt der nahezu vollständigen Autarkie und somit Unabhängigkeit von externen Energielieferanten. Im laufe der Zeit ist uns allerdings klar geworden, das dies bei unserem Objekt nicht machbar ist.

Unser Objekt besteht aus einem ‚Stammhaus‘ (Baujahr 1962) mit ca. 130qm und einem Mietshaus (Baujahr 1992) mit fünf Parteien mit ca. 320qm.

Begonnen hat es mit der Idee, eine PV-Anlage auf der angrenzenden Scheune zu errichten. Es wurden Angebote eingeholt und auch bald mit der Installation begonnen. Dazu haben wir das zum Süden hin ausgerichtete Dach mit Bitumenschindeln neu gedeckt und das Tragegestell mit aufgebracht. Darauf entstand dann eine PV-Anlage mit 15,05kWp aus 70 Modulen, verbunden mit zwei Wechselrichtern von Kostal. Inbetriebnahme der Volleinspeiseanlage war der 03.09.2010. Zur Inbetriebnahme musste ein neuer Zähler gesetzt werden. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir noch Platz in dem alten Zählerschrank mit sechs Zählerplätzen.

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Modulstapel vor der Montage

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Installation der Module

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Die Felder sind fertig

Knapp zwei Jahre später haben wir den nächsten Schritt angepeilt. Das ergab sich vielmehr aus der Not heraus, da mein Vater einen Unfall mit ungeahnten Folgen erlitt. Er musste an der Schulter operiert werden und konnte deshalb das Holz für den großen Ofen nicht mehr in der benötigten Menge aus dem Wald beschaffen. Immerhin ca. 50 – 60 Ster Holz. Da im Mietsgebäude eine Ölheizung stand, die nur einmal pro Jahr angeworfen wurde (geheizt wurde ja mit Holz) und alles nach Heizöl roch, gab es nur eine Möglichkeit für uns: Wir sahen uns nach einem BHKW um. Es wurde letzendlich ein Gas-DACHS von Senertec. Eine gute, wenn auch kostspielige Entscheidung. Es wurde in Angriff genommen und einiges musste umgebaut werden. Neben einer neuen Verrohrung wurden auch neue Zähler im alten Zählerschrank eingebaut. Ebenso musste ein weiterer Zählerschrank mit drei Plätzen angebracht werden. Der Zähler der PV-Anlage musste dem Erzeugungszähler des BHKWs weichen. Ausserdem kam ein 2-Richtungszähler für Bezug und Lieferung zum Einsatz. Inbetriebnahme des BHKWs war dann am 12.07.2012. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch eine KWK-Vergütung 5,11ct pro erzeugter kWh.

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Vorher

Als nächsten Schritt haben wir auf dem Dach der ehemaligen Maschinenhütte eine kleine PV-Anlage mit 4kWp zur Überschußeinspeisung errichtet. Hier wurden 16 Module und ein Wechselrichter in Eigenregie verbaut. Geplant und geliefert wurde vom Solateur unseres Vertrauens. Etwas aufwändiger war die Anbindung an das Stromnetz, denn dazu mussten wir etwa 90 Meter Stromkabel quer durch den Garten vergraben. Seit Mitte Mai 2014 läuft aber auch diese Anlage sehr zufriedenstellend. Auch in diesem Fall mussten am Zählerschrank Veränderungen vorgenommen werden. Es kam noch ein Zähler zum Einsatz: Das BHKW bekam einen Zähler für die Einspeisung der Leistung vom BHKW. Dadurch kann von der Gesamt-Einspeisung (PV+BHKW) die BHKW-Einspeisung abgezogen werden und somit erhalten wir die Einspeisemengen von PV-Anlage und BHKW.

Nun steht der vorerst letzte Schritt in der Planung: Ein Stromspeicher! Festgelegt haben wir uns auf einen Speicher von SENEC.IES (Deutsche Energieversorung) mit 10kW Lithium-Akkus. Die Besonderheit liegt hier in der Beladung mit negativer Regelenergie aus dem öffentlichen Stromnetz. Es wird also der überschüssige Strom nicht ins Ausland verschenkt sondern an die Teilnehmer des Econamic Grid. Somit bleibt der von uns erzeugte Strom im Land und das Netz stabil.

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Seit 19. Januar 2016 ist nun der Speicher der DEV aus Leipzig in Betrieb. Die Installation hat fast einen ganzen Tag in anspruch genommen, da sich die Einbindung von PV und BHKW in die Regelung des Speichers nicht so einfach gestalten ließ. Dadurch ist es nicht möglich, im Senec-Monitoring die erzeugte Leistung beider Erzeuger abzulesen. Das ist für mich jedoch nicht ganz so dramatisch. Wichtig ist mir speziell, das ich die Menge der Bezugs- und Einspeiseleistung sehe. Bei Gelegenheit erstelle ich weitere Beiträge über den Verlauf des Stromspeichers. Mal sehen wie es damit weitergeht…